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Testing of textiles; determination of burning behaviour; vertical method, ignition at the lower edge of the specimen.
Ersatz für Ausgabe 08.80

MaBe in mm Aligemeintoieranzen:
DIN 7168 - 9

1 Anwendungsbereich

Das Verfahren nach dieser Norm ist für folgende Textilien (siehe DIN 60 000) anwendbar: Gewebe, Geflechte, Maschenwaren oder nach anderen Verfahren hergestellte Flächengebilde aus Faserstoffen. Diese können auch beschichtet, kaschiert, laminiert oder beflockt sein.

Bei dem Prüfverfahren wird das Brennverhalten unter den in der Norm festgelegten Bedingungen ermittelt. Die Bedingun-

gen können von den vielfältigen Möglichkeiten bei Bränden beträchtlich abweichen. Dies ist bei der Verwendung der

Ergebnisse für Risikoabschätzungen unbedingt zu beachten.

Vor Anwendung dieser Norm ist zu prüfen, ob aufgrund von Vorschriften, Verordnungen oder Gesetzen andere Prüfver- fahren zur Beurteilung des Brennverhaltens vorgeschrieben sind.

Das Verfahren gilt nicht für textile FuBbodenbeläge und Wandbeläge.

2 Zweck

Die Prüfung nach dieser Norm dient zur Betimmung des Brennverhaltens von Textilien bei Einwirkung einer definier- ten Flamme auf die freie Kante lotrecht angeordneter Proben. Dabei werden ermittelt:

a) Brennzeit, Glimmzeit, Grad der Zerstörung bzw.

b) Flammenausbreitungsgeschwindigkeit.

Zur Charakterisierung des Brennverhaltens von Textilien, deren Proben sich durch die Beflammung nicht zünden lassen oder die nach der Beflammung innerhalb der MeB- strecken verlöschen, dient die Bestimmung der Brennzeit, der Glimmzeit und des Grades der Zerstörung. Für alle anderen Proben dient dazu die Bestimmung der Flammenausbrei- tungsgeschwindigkeit zwischen den Markierungen A und B (siehe Bild 3a).

3 Begriffe

Der Begriff Probe wird im folgenden stets im Sinne von Endprobe nach DIN 53 803 Teil 1 verwendet.

3.1 Brennstrecke

Die Brennstrecke ist (250 :t 1) mm lang. Sie ist durch die beiden Markierungen A und B (siehe Bild 3 a), an denen Baumwollfäden über die Probe gespannt sind, begrenzt.

3.2 Brennzeit
Die Brennzeit ist die Zeit in Sekunden von der Wegnahme der Zündflamme bis zum Verlöschen von Flammen an der Probe.

Anmerkung: In einigen Prüfnormen wird die Brennzeit vom Beginn der Beflammung an gerechnet. Zur Unterscheidung kann die in dieser Norm definierte Brennzeit auch als Nachbrennzeit bezeichnet werden.

3.3 Glimmzeit

Als Glimmzeit gilt die Zeit in Sekunden vom Verlöschen der Flamme an der Probe bis zur Beendigung des Glimmens. Wird die Probe durch die Zündflamme nicht zum Entflammen gebracht, glimmt sie aber nach Entfernen der Zündflamme weiter, so wird die Glimmzeit von dem Zeitpunkt nach Ent- fernen der Zündflamme an gemessen.

3.4 Grad der Zerstörung

Als Grad der Zerstörung gilt die EinreiBlänge(siehe Ab- schnitt 7.6).

3.5 Flammenausbreitungsgeschwindigkeit

Die Flammenausbreitungsgeschwindigkeit ist der Quotient aus der Brennstreckeund der Zeitdifferenz zwischen dem Durchbrennen der Baumwollfäden an den Markierungen A und B. Sie wird in mm/s angegeben.

3.6 Brandnebenerscheinungen

Brandnebenerscheinungensind insbesondere Schmelzen, Abtropfen, brennendes Abtropfen und Rauchentwicklung.

4 Kurzbeschreibung des Verfahrens

Die einzelnen Proben an der unteren Kante werden 3 bzw. 15 Sekunden lang mit einer definierten Gasflamme im

Winkel von 60 0 zur Waagerechten beflammt. Bei Proben, an denen durch die Flammenfront der Baumwollfaden bei der Markierung B durchbrennt, wird die Flammenausbreitungs- geschwindigkeit ermittelt.

Für alle anderen Proben, die sich nicht zünden lassen oder innerhalb der MeBstrecke verlöschen, werden gegebenen- falls Brennzeit, Glimmzeit und Grad der Zerstörung der Probe bestimmt (hierbei kann auch ohne Markierungsfäden gemessen werden).

5 Prüfgeräte und Prüfmittel

5.1 Brennkasten

Brennkasten nach DIN 50050.

Ist bei der Prüfung die Beobachtung an dem oberen Proben- ende notwendig, so ist es zweckmäBig, einen gleichartigen, aber um 230 mm höheren Brennkasten zu verwenden.

Folgende MaBe in mm für die Kastenhöhe wären dann gültig:

  • 1040 (810)
  • 890 (660)
  • 680 (450)
  • 580 (350)

Die in Klammern gesetzten MaBe entsprechen denen aus DIN 50050.

NormenausschuB Materialprüfung (NMP) im DIN Deutsches Institut für Normung e.V.
Textilnorm, NormenausschuB Textil und Textilmaschinen im DIN

5.2 Stativ

Das Stativ besteht aus einer Grundplatte (Abmessungen siehe DIN 50 050, Bild Brennkasten) mit einem lotrechten Stab, an dem die Einhängevorrichtung für den Probenhalter befestigt ist. Die Einhängevorrichtung für den Probenhalter muBso angeordnet sein, daB der Abstand von der Oberkante des auf 60' zur Horizontalen geschwenkten Brenners zur Unterkante der Probe vertikal gemessen (20:t 1) mm beträgt (siehe Bild 1).

5.3 Probenhalter

Der Probenhalter besteht aus zwei U-förmigen Metallrahmen, z. B. aus nichtrostendem Stahl oder Kupfer-Zink-Legierung, nach Bild3a. Für ungleichmäBig dicke oder stark strukturierte Textilien kann auch ein Probenhalter mit in Bild 3b darge- stellten Einkerbungen verwendet werden. Durch federnde Klammern oder Schrauben werden die beiden Rahmen so zusammengepreBt, daB die eingespannte Probe möglichst wenig verformt und während des Prüfvorganges nicht aus der Halterung gezogen wird.

Der der Prüfperson abgewandte Teil des Rahmens enthält eine Bohrung und Führung, mit der er an der Einhängevor- richtung des Stativs befestigt werden kann.
Auf den Schenkeln des U-förmigen Deckrahmens des Probenhalters befinden sich je zwei Haken (siehe Bild 3a), über die je ein Baumwollfaden möglichst dicht an der Probenoberfläche als Markierung für die Brennstrecke gespan nt werden kann.

Proben, die schmaler sind als etwa 100 mm, z. B. Bänder, werden auf einem Nadelkamm (siehe Bild 4) befestigt und dieser in den Probenhalter eingespannt.

5.4 Brenner

Brenner nach DIN50051.

Der Brenner ist so angebracht, daB er sowohllotrecht stehen als auch so geneigt werden kann, daB er mit der Horizontalen einen Winkel von 60' bildet (siehe Bild 1). Er muB auf der Grundplatte des Stativs vor- und rückschiebbar sein.

5.5 Brenngas

Als Brenngas dient Progangas nach DIN 51622, das mit einem Überdruck von 500 mbar zugeführt wird.

5.6 Stoppuhren

Es sind zwei Stoppuhren mit Schleppzeiger mit einem Skalenteilungswertvon 0,2 s zu verwenden.

5.7 Schablone

Zum Ausschneiden der Proben ist eine Schablone oder eine Stanzvorrichtung mit den MaBen 450 mm x 120 mm zweckmäBig.

5.8 MaBstab

Es ist ein MaBstab mit Millimeter-Teilung zu verwenden.

5.9 MeBblech

Zum Einstellender Flammenhöheist ein MeBblechmit einer 40-mm-Markierungzu verwenden.

5.10 Baumwollfaden

Eswird ein Baumwollfaden von etwa 50 dtex x 3 verwendet. Zum Spannen des Baumwollfadens werden beidseitig Gewichtsstücke von je 15 9 verwendet.

5.11 Locher


Mit der Vorrichtung r:nüssen Löcher mit etwa 5 mm Durch- messer herstellbar sein.

5.12 Gewichtstücke

EssindGewichtstückemitAnhängehakenim Gesamtgewicht t von 100, 250, 350 und 450 9 zu verwenden.

6 Prob~nahme und Probenvorbereitung

6.1 450 mm x 120 mm in Längs- und Querrichtung (Beispiel eines Entnahmeschemas siehe Bild 5) zu entnehmen, wobei die Entnahmestellen einen Abstand von mindestens 100 mm von vorhandenen Bahnkanten haben müssen.

6.2 Die Proben sind im Normalklima DIN 53 802 - 20/65 auszulegen. Die Proben dürfen erst unmittelbar vor Durch-

führung des Brennversuches dem klimatisierten Raum entnommen werden. Sind der klimatisierte Raum und die

Brennprüfstelle getrennt, müssen die Proben in einem wasserdampfdichten Behälter befördert werden. Die Luft im Behälter muB dem Normalklima DIN 53 802 - 20/65

angepaBt sein.

7 Durchführung

7.1 Der Brenner ist in lotrechter Stellung zu zünden und die Flamme mit Hilfe des MeBbleches trühestens nach 1 Minute auf (40:t 3) mm Höhe eirlzustellen. Der Brenner ist dann auf der Grundplatte soweit zu verschieben, daB die Flamme von den einzuhängenden Proben einen Abstand von mindestens 50 mm hat.

7.2 Jede Probe ist unmittelbar nach der Entnahme aus dem klimatisierten Raum oder dem wasserdampfdichten Behälter so in den Probenhalter einzuspannen, daB die Kante der einen Schmalseite bündig mit den Vorderkanten der beiden Schenkel des Probenhalters abschlieBt. Beim Einspannen ist darauf zu achten, daB die Proben möglichst nicht verformt werden. Der Probenhalter wird dann an der Einhängevor- richtung am Stat iv betestigt. Zur Bestimmung der Flammen- ausbreitungsgeschwindigkeit sind bei den Markierungen A und B Fäden anzubringen (siehe Bild 3a).

7.3 AnschlieBend ist der Brenner auf 60' zur Horizontalen in Richtung auf die Probe zu neigen und so an die freie Proben- kante heranzuschieben, daB deren Mitte von der Zündflamme voll getroffen wird.

7.4 In dieser Anordnung sind nacheinander fünt der in Längsrichtung und fünt der in Querrichtung entnommenen Proben jeweils 3 Sekunden lang zu beflammen. AnschlieBend sind in gleicher Weise nacheinander fünf in Längsrichtung und fünf in Querrichtung entnommene Proben jeweils 15 Sekunden lang zu beflammen.

Nach jedem Beflammen ist der Brenner wieder mindestens 50 mm (Iangsam innerhalb einer Sekunde) von der Probe zurückzuziehen.

7.5 Verlischt die Flamme innerhalb der MeBstrecke von selbst, so sind die Brennzeit, gegebenenfalls die Glimmzeit und der Grad der Zerstörung zu messen.
Für alle anderen Proben ist die Zeit vom Durchbrennen des Fadens bei der Markierung A bis zum Durchbrennen des Fadens bei der Markierung B zu messen und die Flammen- ausbreitungsgeschwindigkeit in mm/s zu berechnen.

7.6 Um den Grad der Zerstörung zu bestimmen, wird die

EinreiBlänge ermittelt. Hierzu ist nach dem Entnehmen der Probe aus dem Probenhalter an den seitlichen Schenkeln neben der Brennstrecke, etwa 5 mm von der Unterkante entfernt, beiderseits ein Loch einzustanzen. Mit dem einen eingestanzten Loch ist die Probe in einen Haken an einem Laborstativ einzuhängen. In das andere Loch ist ein Gewicht- stück nach Tabelle 11angsam und gleichmäBig einzuhängen.
Durch die Wirkung der Gewichtstücke wird der beschädigte Teil zerrissen (siehe Bild 6). Mit dem MaBstab ist sodann die Länge des nicht eingerissenen Abschnittes der Probe zu messen. Der Grad der Zerstörung (EinreiBlänge), als Differenz dieser Länge und der ursprünglichen Gesamtlänge der Probe, errechnet sich nach:


E = Lo - Lv

Hierin bedeuten:

E EinreiBlänge in mm
Lo Länge der Probe in mm
Lv unbeschädigte Länge der Probe in mm

Tabelle 1. Belastung In Abhängigkeit von der Flächen- masse der Probe

Flächenmasse
g/m2
bis
200
201
bis
500
501
bis
750
über
750
Belastung g 100 250 350 450

7.7 Besondere Beobachtungen beim Brennvorgang und solche hinsichtlich der Brandnebenerscheinungen (siehe Abschnitt 3.6) sind zu erfassen.

8 Prüfbericht'

Im Prüfbericht sind unter Hinweis auf diese Norm anzugeben: a) Beschreibung des Probenmaterials
b) Grad der Zerstörung als Einzelwerte auf 5 mm gerundet,

für die Proben, für die keine Flammenausbreitungsge- schwindigkeit angebbar ist.

c) Mittelwerte des Grads der Zerstörung gerundet auf 5 mm für die MeBreihen, für die Mittelwerte von Brennzeiten angebbar sind.

d) Glimmzeiten als Einzelwerte auf ganze Sekunden gerundet, für die Proben, für die keine Flammenausbrei- tungsgeschwindigkeit angebbar ist.

e) Flammenausbreitungsgeschwindigkeiten als Einzelwerte auf 1mm/s gerundet oder Brennzeiten als Einzelwerte auf ganze Sekunden gerundet für die Proben, für die keine Flammenausbreitungsgeschwindigkeiten angebbar sind.

f) Mittelwerte der Flammenausbreitungsgeschwindigkeiten gerundet auf 1 mm/s bzw. der Brennzeiten gerundet auf ganze Sekunden für solche MeBreihen, für die 5 Einzel- werte der Flammenausbreitungsgeschwindigkeit bzw. 5 Einzelwerte der Brennzeit angegeben werden können.

g) Gegebenenfalls Brandnebenerscheinungen und beson- dere Beobachtungen zum Brennvorgang.

h) Abweichungen von der Norm.

i) Prüfdatum.

deutsche-norm-din-54336